Interview mit Herrn Ding [Laufbahn in der Firma]*

Herr Ding, wie kamen Sie zu Kehr?

Ich habe 1994 mein Abitur erworben und leistete danach 13 Monate lang meinen Zivildienst bei dem Diakonischen Werk Braunschweig ab, welchen ich im November 1995 abschloss. Anschließend arbeite ich für ein Subunternehmen als Fahrer, bis ich dann im August 1996 meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel begann.

Welchen Weg schlugen Sie im Anschluss ein?

Nach bestandener Abschlussprüfung wurde ich in die Kundenpflege übernommen, in der ich seit Anfang 1999 tätig war. 2004 stieg ich dann dort zum Abteilungsleiter auf und bekleidete diesen Posten bis ich im August 2007 in den Einkauf wechselte. Parallel absolvierte ich von 2002 bis 2005 ein berufsbegleitendes Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, welches ich erfolgreich mit dem Betriebswirt (VWA) abschloss. Ferner bin ich 2009 zum Datenschutzbeauftragten der Firma Kehr benannt worden und erwarb Zusatzqualifikationen in den Bereichen Englisch und EDV.

Ich als Auszubildender finde interessant, dass es nicht zwangsläufig nach der Ausbildung bei einer Richtung bleiben muss. Wie kam es zu dem Wechsel von der Kundenpflege zum Einkauf?

Ich bekam das Angebot, da im Einkauf ein Platz frei wurde. Und da ich Interesse an einem neuen Aufgabenbereich hatte, sagte ich nach kurzer Bedenkzeit zu. Neu für mich war, weniger Personalverantwortung, dafür aber mehr Warenverantwortung zu tragen. Zu dem erlangte ich so Erfahrung im Umgang mit Lieferanten, was zusammen mit meiner Erfahrung aus der Kundenpflege eine gute Kombination darstellt. Des weiteren entfiel durch den Abteilungswechsel auch die Schichtarbeit. Die Arbeitszeiten im Einkauf sind familienfreundlicher, was durch meine Heirat im August 2007 deutlich wird. Mittlerweile bin ich Vater zweier Söhne, welche im Januar 2008 und im Juni 2011 zur Welt kamen.

Wie sieht ihr Aufgabenbereich im Einkauf aus? Ich habe nur eine oberflächliche Vorstellung, da ich die Abteilung noch nicht durchlaufen habe.

Meine Aufgaben sind die Disposition und Bestellung von Waren bei ca. 400 Herstellern, die Überwachung der Lagerbestände, spezielle Sondereinkäufe mit Kundenkontakt, Marktanalysen mit Hilfe des Computerprogrammes Galaxy und natürlich die Pflege des Kontaktes mit unseren Lieferanten. Sei es am Telefon, persönlich in unserem Haus, auf Messen wie z.B. der Expopharm oder auch direkt bei den Lieferanten.

Stand für Sie schon früh fest, dass Sie in der Firma bleiben möchten? Und war Ihnen schon während Ihrer Ausbildung klar, in welche Abteilung es gehen soll? Es gibt ja häufig Lehrlinge, die schon von Anfang an genau wissen, wohin sie später möchten, während andere erst im Lauf ihrer Ausbildung oder auch erst danach ihren Weg finden.

Eigentlich schon, jedoch stand erst kurzfristig fest, dass ich tatsächlich übernommen werde. Mir war der telefonische Kontakt nach Außen wichtig, insbesondere zu Kunden. Daher lag die Kundenpflege nahe. Glücklicherweise blieb mir der Kontakt zu den Apotheken auch im Einkauf erhalten.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit?

Der permanente Kontakt zu den Lieferanten, das autarke und selbstständige Arbeiten und das angenehme Arbeitsklima in der Abteilung.

Fallen Ihnen Unterschiede zwischen Ihrer damaligen Ausbildung und unserer heutigen auf?

Früher waren die Azubis größtenteils Sechzehn oder Siebzehn, inzwischen ist der durchschnittliche Azubi eher etwas älter. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass heutzutage die meisten Azubis mit Fach- oder Hochschulreife zu uns kommen. Im Allgemeinen war zu meiner Zeit aufgrund der Mitarbeiterzahl und der Unternehmensgröße alles etwas persönlicher und auch die Wege zwischen den Abteilungen waren kürzer.


Februar 2013


* Das Interview wurde von unserem Azubi, Herrn Sandte geführt.